Reaktionen auf die Impulsveranstaltung der Theateraufführung "Die Juden" für Schüler und Jugendlichen am 16.12.2004 in Köln.

Lieber Herr Schneider,

gerne gebe ich Ihnen eine Rückmeldung zum Projekt "Die Juden". Unsere Gruppe bestand aus etwa 35 Personen (überwiegend Schüler, Lehrer und Eltern). Die teilnehmenden Personen waren so motiviert, dass selbst die Entfernung und die Hektik der Tage sie nicht davon abhielten. Wir waren alle der Meinung, dass die vorangegangene Führung durch die Synagoge eine gute Einstimmung in den Abend darstellte...

Die Aufführung übertraf alle Erwartungen!

"Heinz und Stiefel" aus Yoram Kaniuks Best-Seller  „Der letzte Berliner“ stieß auf gute Resonanz. Der Wechsel der Sichtweise wurde selbst bei den Schülern der Klasse 8 verstanden... obwohl das Thema Nationalsozialismus und Holocaust erst Unterrichtsinhalte des Jahrgangs 10 sind.

Die Geschichte des Großvaters in Russland, "Es ist schejn a Jiddin zu sein", das  "Geschäft in der Synagoge" und der finale Musiktitel "Massel" erhielten ebenfalls viel Lob.

Überwältigend waren die Reaktionen auf die musikalischen Gäste. Der Geigenvirtuose Igor Epstein war enorm! Seine Musik beeindruckten die Schüler. Am anderen Tag in der Schule fragten mich viele nach seiner CD! Bei mir kamen Gedanken zu Bildern von Marc Chagall und Witebsk auf. Die Melancholie des Fiedlers war spürbar. Die Profiband mit dem Starsaxophonist spielte sehr gut.
Nataschas Stimme ist gewaltig !!!.....

Meine Vorbereitungen in der Schule waren neben den aktuellen organisatorischen Dingen (siehe auch Anhang) die üblichen schulinternen Lehrplanarbeiten meiner Kollegen in den Fächern Geschichte, Politik, Erdkunde, Musik, Deutsch und Religion. Aus dem Religionsunterricht der Klasse 7 und 8 besitzen meine Schüler Kenntnisse über die Geschiche des jüdischen Volkes, über Schwerpunkte der jüdischen Religion und des religiösen Lebens, das Sch`ma Israel, die Thora, Gebetspraktiken, Tallit, Kippa, Tefillin, Kaschrut, Mesuse, jüdische Feste, Beschneidung, Bar/Bat Mizwa, Sabbat, Gottesdienst in der Synagoge, ... Christliche Judenfeindschaft, der Holocaust, Wege der Versöhnung, usw. sind Themen der Jahrgänge 9 und 10. Synagogenbesuche, Ausstellungen jüdischer Kunst und Künstler, Gespräche mit Holocaust überlebenden, Veranstaltungen zum 9. November, Klezmermusik, Gospel- und Spiritualtexte gehören immer mit dazu.

 Ich habe während des Studiums u.a. viel von Schalom Ben-Chorin, von Pinchas Lapide gehört und gelesen. Das Thema meiner Ersten Staatsexamensarbeit lautete "Die Stellung Jesu im Judentum seiner Zeit". In der Zweiten Staatsexamensarbeit habe ich versucht, das Exodusmotiv als eine Möglichkeit der Angstbewältigung aufzubereiten.

Meine Position ist wie folgt: Das Judentum ist unsere Mutterreligion, aus der das Christentum entstanden ist. Meine religiösen Wurzeln finde ich im Judentum. Uns verbinden viele Gemeinsamkeiten... Ohne das Wissen um diese Basis kann ich als Christ nicht leben. Das spüren auch meine Schüler immer wieder.

Schalom und nächstes Jahr in Jerusalem!

H. Nauel

(stellvertretende Schulleiterin aus NRW) [ zurück zur Chronik ]


Herzlichen Dank für die Einladung zur Impulsveranstaltung des Theaterstückes "Die Juden" am 16.12.2004 in Köln.

Ich möchte Herrn Alex Schneider und seinem Ensemble ein großes Kompliment machen für die engagierte und professionelle schauspielerische und gesangliche Leistung.

Noch mehr aber für den Mut, das Thema jüdische Kultur in einer derart persiflierenden Art zu bearbeiten. Alle Darbietungen sind emotional und unterhaltend, sympathisch und anregend. Sie bieten insbesondere den Jugendlichen, die sich im Schulunterricht mit unserer geschichtlichen Vergangenheit befassen, einen Einblick in jüdische Kultur, wie es kein Lehrer und kein Lehrbuch leisten kann. Man erlebt einen Einblick in jüdische Mentalität mit jüdischen Mitbürgern "zum Anfassen" und aus erster Hand, man lacht gemeinsam - man entdeckt Gemeinsamkeiten.

Alle anwesenden Pädagogen und Schüler, die ich nach der Vorstellung sprechen konnte, waren begeistert, beeindruckt und glücklich, dass sie dieses Erlebnis hatten. Sie sprachen von einem tieferen und emotionaleren Einblick in das Thema Judentum und einer idealen Abrundung der unterrichtlichen Arbeit. Das bedeutet letztlich die Erreichung eines wichtigen Lernziels durch das Theaterstück "Die Juden".

In meiner Funktion als Koordinator und Berater bei Bildungsprojekten werde ich das Programm uneingeschränkt empfehlen und Sie gerne bei der Verbreitung in die deutsche Bildungslandschaft unterstützen.

Manfred Weber

Geschäftsführer 360°
Bildungsprojekte GmbH
Friedensallee 110
D-63263 Neu-Isenburg
Fon    +49 (0) 61 02/ 35 88 98-10
Fax    +49 (0) 61 02/ 35 88 98-99

E-Mail-Kontakt
web [ zurück zur Chronik ]


Lieber Herr Schneider,

vielen Dank für die große Freude, die Sie und das Ensemble vom Theater Michoels mir mit dem Stück „Die Juden“ bereitet haben. Sie wissen, dass meine Nähe zum Judentum und somit auch zur jüdischen Kunst und Kultur recht eng ist. Insofern waren mir zwar die inhaltlichen Aspekte ihrer Arbeit weniger neu, umso mehr aber hat mich das künstlerische und intellektuelle Konzept überzeugt. Diese köstlichen Ansichten jüdischen Humors habe ich sehr genossen. Die eher stilleren Beiträge im Gewand der bleibenden Erinnerung haben mich tief berührt. Ich werde Sie weiterhin nach Kräften unterstützen, diesen ebenso wertvollen wie wichtigen Baustein unserer Kultur zu revitalisieren.

Ihr

Ferdinand Uhde, adcons Unternehmensberatung

[ zurück zur Chronik ]


Das Theaterstück "Die Juden"  hat bei mir sowohl Bewunderung für die Darbietung als auch Fragen zum Selbstverständnis der in Deutschland lebenden Juden ausgelöst.

Die Qualität der Texte und der Musik hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen, das gesamte Ensemble machte einen hochprofessionellen Eindruck.

Neben dem sehr hohen unterhaltenden Charakter der Aufführung kommen Gefühle, Selbstironie und Nachdenkliches nicht zu kurz.

Ein empfehlenswertes Programm!

Gruß,

Volker Scheller, egmont vgs Verlag [ zurück zur Chronik ]


Liebes Theater  Michoels,

mir hat Aufführung des Stückes „Die Juden“ am 16.12.2004 insgesamt sehr gut gefallen. Ich fand es sehr abwechslungsreich besonders durch die Musikeinlagen, die ja sehr gekonnt waren. Es hat auch einen Einblick gegeben darin, wie Juden sich selbst darstellen und offenbar von anderen gesehen werden; sehr aufschlussreich, denn die meisten von uns wissen wenig bis nichts über jüdische Mitbürger.

Etwas irritierend fand ich allerdings die starke Selbstironie. Es ist sympathisch, über sich selbst lachen zu können, das macht jemanden ja auch nahbar. Wenn ein Jude sich über die Geschäftstüchtigkeit der eigenen Leute lustig macht, fühlt man sich erleichtert, weil man ein solches Tabu-Thema ja offensichtlich ansprechen darf. Das war für mich eine ganz unerwartete Offenheit.

Viele Grüße

C. Hausberg eine Lehrerin aus NRW [ zurück zur Chronik ]


Auszug von den Reaktionen der Schüler:

Es sollte eine Pflichtveranstaltung für jeden sein.

Es ist wichtig, dass man Judentum mal so erfährt.

Wir wurden mit einbezogen.

Wir haben uns angesprochen gefühlt!

Die Sketche regten uns zum Nachdenken an.

Die Akteure haben sich selber auf die Schippe genommen.

Die üblichen Vorurteile konnten hinterfragt und abgebaut werden.

Der weite Weg nach Köln hat sich gelohnt! [ zurück zur Chronik ]